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„Fachkräftemangel“ hausgemacht

Südwest-Chef der NGG Uwe Hildebrandt kritisiert Ausbildungsbedingungen im Hotel- und Gaststättengewerbe

Mannheim/Stuttgart, 9. Dezember 2011 | Am Donnerstag, 8. Dezember traf sich der Landesbezirksvorstand der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten, Landesbezirk Südwest in Mannheim. Thema der Sitzung, zu der die Gewerkschaftsvertreter aus den Bundesländern Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland zusammengekommen waren, waren unter anderem die Themen Fachkräftebedarf und Mindestlohn. Auch der Vorsitzende der NGG Franz-Josef Möllenberg war aus Hamburg angereist.

 
Der Landesbezirksvorsitzende der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten Uwe Hildebrandt wies in der Diskussion um den Fachkräftebedarf darauf hin, dass ein Großteil aller offenen Ausbildungsstellen im Bereich der Ernährungsindustrie liege. Die Gewerkschafter waren sich einig, dass der „Fachkräftemangel“ in diesem Bereich zu großen Teilen hausgemacht sei. „Gerade in der Hotel- und Gaststättenbrache gibt es viel zu viele schwarze Schafe unter den Betrieben!“ so Uwe Hildebrandt. Der diesjährige Ausbildungsreport des Deutschen Gewerkschaftsbunds zeige, dass die rote Laterne über alle Ausbildungsberufe hinweg bei den Restaurant- sowie Hotelfachleuten liege. Davor lägen in der Gesamtbewertung auf dem drittletzten Platz die/der Fachverkäufer/in im Lebensmittelhandwerk. „Das Gastgewerbe disqualifiziert sich damit selbst!“. betont Hildebrandt. „Wer auf gute Fachkräfte angewiesen ist, muss auch eine entsprechende Entlohnung und gute Arbeits- und Ausbildungsbedingungen sicherstellen.“ Wenn eine große Anzahl von Betrieben so mit ihren Azubis umspringe, müsse man sich nicht wundern, dass Ausbildungsplätze nicht besetzt werden könnten.

 

Erfreut zeigten sich die Gewerkschafter über die für den 16. Dezember 2011 angekündigte gemeinsame Bundesratsinitiative der Landesregierungen aus Stuttgart und Mainz, welche sich für einen flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn nicht unter 8,50 Euro ausspreche. „Das ist der richtige Weg!“ so Uwe Hildebrandt. Der CDU-Parteitagsbeschluss zu den „sogenannten Lohnuntergrenzen“ wird dem entgegen als völlig realitätsfern eingestuft. In Branchen, in denen sich die Arbeitgeber bisher bereits Tarifverträgen verweigerten, wird auch eine Kommission der Tarifpartner keine Einigung über eine „Lohnuntergrenze“ erzielen können.
 
In diesem Zusammenhang stellt Uwe Hildebrandt die tarifpolitische Empfehlung des NGG-Hauptvorstands vor. Diese strebt für alle Branchen eine Erhöhung der tariflichen Mindestentgelte von 8,50 Euro pro Stunde an. Für die Tarifrunde 2012 strebt die NGG des Weiteren eine Erhöhung der Entgelte und Ausbildungsvergütungen zwischen fünf und sechs Prozent bei einer Laufzeit der Tarifverträge von 12 Monaten an. Nach Ausbildungsabschluss sollen die Auszubildenden übernommen werden.

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